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Online-Marketing für den Tourismus auf den Kanaren: ein praktischer Leitfaden

Titelbild mit dem Titel „Marketing digital para turismo en Canarias“ – TeideSEO
Inhalt dieses Artikels

Online-Marketing für einen Tourismusbetrieb auf den Kanaren muss zwei unterschiedliche Momente abdecken: den des Reisenden, der von zu Hause aus plant, Wochen oder Monate im Voraus und oft in einer anderen Sprache, und den des Urlaubers, der schon auf der Insel ist und etwas in der Nähe sucht. Für den ersten Moment brauchen Sie eine eigene Website, die überzeugt und über die man buchen kann, gute Rankings bei Suchanfragen zum Reiseziel und, wenn es sich lohnt, Anzeigen für Ihre Herkunftsmärkte. Für den zweiten ein tadelloses Google-Unternehmensprofil, Bewertungen und eine gute Präsenz auf dem Smartphone.

Dieser Leitfaden fasst zusammen, wie Sie jeden Baustein (Website, SEO, Werbung, soziale Netzwerke und Messung) in einem Hotel, einer Ferienwohnung, einem Landhaus (Casa rural) oder bei einem Anbieter von Aktivitäten angehen, mit amtlichen Daten zum Tourismus auf den Inseln.

Der Kontext: Wer kommt wann auf die Kanaren?

Laut der Frontur-Statistik des spanischen Statistikamts INE empfingen die Kanaren 2025 rund 15,7 Millionen internationale Touristen, 3 % mehr als 2024, ohne die in Spanien ansässigen Touristen. Die kanarischen Flughäfen zählten in diesem Jahr laut Aena 54,75 Millionen Passagiere, davon Teneriffa Süd 13,97 Millionen und Teneriffa Nord 7,17 Millionen.

Für Teneriffa liefern die Tourismusbulletins der Inselregierung (Cabildo), in denen die in Unterkünften der Insel übernachtenden Touristen gezählt werden, zwei Angaben, die für die Marketingplanung nützlich sind:

  • Saison ist das ganze Jahr. 2025 übernachteten 5.457.403 Touristen auf der Insel. Der schwächste Monat war der Januar mit 422.404, der stärkste der August mit 498.889. Zwischen dem schwächsten und dem stärksten Monat lag der Unterschied unter 20 %.
  • Wer kommt, ändert sich. Im August 2025 waren laut dem Bulletin für August 37,5 % der Übernachtungsgäste Briten, 29,3 % Spanier und 6 % Deutsche. Im Dezember waren es 35,9 % Briten, 16,7 % Spanier und 9,6 % Deutsche.

Die praktische Schlussfolgerung: Ihr Marketingkalender sollte nicht für alle Märkte gleich sein. Kampagnen auf Spanisch sind vor allem für den Sommer und verlängerte Wochenenden sinnvoll, Kampagnen für Deutschland und die nordischen Länder für den Winter. Und Englisch ist das ganze Jahr über unverzichtbar.

Um zu sehen, wann die Suche in jedem Markt beginnt, können Sie mit Google Trends das Suchinteresse nach Land und Monat vergleichen. Beachten Sie, dass Google Trends relative Werte von 0 bis 100 liefert, keine Anzahl von Suchanfragen.

Die eigene Website: Wo Sie Direktbuchungen gewinnen

Online-Reisebüros und Vermietungsportale verschaffen Ihnen Sichtbarkeit, verlangen aber Provision und behalten die Beziehung zum Kunden für sich. Ihre Website ist der einzige Ort, an dem Reisende direkt bei Ihnen buchen können. Damit sie funktioniert:

  • Sie muss schnell laden und sich auf dem Smartphone gut bedienen lassen, denn dort vergleichen viele Reisende ihre Optionen, auch wenn sie schon auf der Insel sind.
  • Eigene Buchungsmaschine mit klaren Preisen und ohne unnötige Schritte. Muss der Kunde erst eine E-Mail schreiben, um zu erfahren, ob etwas frei ist, wandert ein Teil zum Online-Reisebüro ab.
  • Echte Mehrsprachigkeit. Googles Leitfaden für mehrsprachige Websites empfiehlt, für jede Sprache eine eigene URL zu verwenden, diese mit hreflang auszuzeichnen und die Sprache nicht automatisch anhand der IP-Adresse umzustellen. Und Übersetzen allein reicht nicht: Deutsche suchen nach „Zimmer mit Meerblick“, Briten nach „sea view room“. Begriffe und Fragen unterscheiden sich von Markt zu Markt.
  • Echte, aktuelle Fotos, auf der Website ebenso wie im Google-Unternehmensprofil. Professionelle Foto- und Videoaufnahmen machen sich meist als Erstes bemerkbar.

Wenn Sie ein Hotel haben, prüfen Sie außerdem, ob Ihr Direktpreis in den kostenlosen Buchungslinks von Google erscheint, die neben den Hotelanzeigen angezeigt werden, wenn jemand nach einer Unterkunft sucht. Ihre Buchungsmaschine oder Ihr Channel-Manager muss die Preise an Google übermitteln. Reicht Ihre Website nicht mehr aus, entwickeln wir im Bereich Webdesign auf Teneriffa touristische Websites mit Direktbuchung und mehreren Sprachen.

SEO für Tourismusbetriebe

Konkrete Suchanfragen vor allgemeinen

Bei „Hotel Teneriffa“ gegen Booking, Expedia und die großen Ketten anzutreten, ist sehr schwierig. Lange, konkrete Suchanfragen haben weniger Volumen, aber wer so sucht, weiß bereits, was er will:

  • „hotel solo adultos todo incluido Costa Adeje“ (Adults-only-Hotel mit All-inclusive in Costa Adeje)
  • „casa rural con piscina en el norte de Tenerife“ (Landhaus mit Pool im Norden Teneriffas)
  • „excursión al Teide desde Puerto de la Cruz“ (Ausflug zum Teide ab Puerto de la Cruz)
  • „family hotel with pool Lanzarote“, „Ferienwohnung Teneriffa Süd“

Jede Suchanfrage dieser Art verdient eine eigene Seite oder einen klaren Abschnitt auf Ihrer Website, und zwar in der Sprache, in der gesucht wird.

Das Google-Unternehmensprofil

Für Urlauber, die schon auf der Insel sind, ist Ihr Google-Unternehmensprofil oft das Erste, was sie sehen: Fotos, Öffnungszeiten, Bewertungen und ein Button zum Anrufen, Buchen oder für die Route. Die Details finden Sie in unserem Leitfaden zur Optimierung des Google-Unternehmensprofils für Hotels und Restaurants und im Leitfaden zu lokalem SEO für Unternehmen auf Teneriffa.

Inhalte, die beantworten, was Reisende fragen

Der Blog eines Hotels ist kein Tagebuch nach dem Motto „Diese Woche haben wir die Sonnenliegen erneuert“. Er muss beantworten, was Reisende vor der Buchung fragen: „Wie ist das Wetter auf Teneriffa im Februar?“, „die besten Strände bei Costa Teguise“, „Wie komme ich vom Süden aus auf den Teide?“. Schreiben Sie mit Ortskenntnis und mit Angaben, die Sie belegen können, und verlinken Sie in jedem Artikel auf das passende Zimmer, den passenden Ausflug oder das passende Angebot.

Genau solche klaren Inhalte mit konkreten Angaben können KI-Assistenten zitieren, wenn Reisende sie um Empfehlungen bitten. Wir erklären das in unserem Artikel Was GEO ist und wie Sie in ChatGPT erscheinen, und es gehört zur Arbeit unserer SEO-Agentur auf Teneriffa.

Werbung: Google Ads und Meta Ads

Google Ads: Wählen Sie genau, wen Sie ansprechen

Im Tourismus ist die Standortoption die Entscheidung, bei der in Google Ads am meisten Geld auf dem Spiel steht. Laut der Google-Hilfe zur geografischen Ausrichtung erreicht „Präsenz oder Interesse“ (die Standardeinstellung) Personen, die sich in dem Gebiet befinden oder Interesse daran zeigen, „Präsenz“ dagegen nur Personen, die sich wahrscheinlich dort befinden oder regelmäßig dort aufhalten.

  • Um Buchungen mit Vorlauf zu gewinnen: eine Kampagne mit „Präsenz oder Interesse“ in den Sprachen und Ländern Ihrer Kunden, ausgerichtet auf Suchanfragen mit Buchungsabsicht.
  • Für Urlauber, die schon hier sind (ein Restaurant, ein Ausflug für morgen, eine Autovermietung): eine Kampagne mit „Präsenz“, auf Mobilgeräte ausgerichtet und mit sichtbarer Telefonnummer.
  • Erscheinen bei der Suche nach dem Namen Ihres Hotels oder Ihres Unternehmens Anzeigen von Online-Reisebüros, können Sie mit einer Markenkampagne mit Ihrer eigenen Website oben erscheinen.

Die Budgetberechnung Schritt für Schritt finden Sie auf unserer Seite zu Werbung mit Google Ads.

Meta Ads: Inspiration und Erinnerung

Facebook und Instagram eignen sich eher dazu, Interesse zu wecken und an Ihr Angebot zu erinnern, als Menschen zu gewinnen, die bereits suchen. Sie können nach Land, Sprache, Alter und Interessen segmentieren und das mit Remarketing kombinieren, also Anzeigen für Personen ausspielen, die Ihre Website bereits besucht haben.

Für Remarketing brauchen Sie das Pixel oder Werbe-Cookies, und dafür ist in Spanien die vorherige Einwilligung der Nutzer erforderlich: Der Leitfaden der spanischen Datenschutzbehörde AEPD zur Verwendung von Cookies (aktualisiert im Mai 2024) zählt Cookies für verhaltensbasierte Werbung nicht zu den Ausnahmen. Mit einem korrekt eingerichteten Cookie-Banner wird Ihre Remarketing-Zielgruppe kleiner sein als Ihre Besucherzahl, und das ist normal.

Soziale Netzwerke für Tourismusbetriebe

Im Tourismus verkaufen soziale Netzwerke über Bilder und Videos. Am besten funktioniert in der Regel, was echt und konkret ist:

  • Kurze Videos von dem, was der Gast erlebt: die Ankunft, der Blick aus dem Zimmer, der Sonnenuntergang von der Terrasse aus, das Boot, das aus dem Hafen ausläuft.
  • Inhalte Ihrer Gäste, immer mit deren Erlaubnis geteilt. Das ist glaubwürdiger als jedes Stockfoto.
  • Das Team und der Alltag: der Koch, der Guide, die Person, die die Zimmer herrichtet. Das gibt dem Betrieb ein Gesicht.
  • Hilfreiche Antworten auf Fragen, die per Nachricht oder Kommentar kommen und Ihnen außerdem Ideen für die Website liefern.

Wichtiger als die Häufigkeit ist die Beständigkeit: Drei Beiträge pro Woche das ganze Jahr über sind mehr wert als fünf am Tag eine Woche lang und danach ein Monat Funkstille. Ein verwaistes Profil vermittelt, dass auch der Betrieb verwaist ist. Wenn Ihnen die Zeit fehlt, können Sie das Social-Media-Management auslagern.

Messen, welcher Kanal Buchungen bringt

Ohne Messung wird im Tourismusmarketing nach Bauchgefühl entschieden. Mindestens brauchen Sie:

  1. Buchungen nach Kanal: wie viele über Ihre Website, über jedes Online-Reisebüro, per Telefon und per E-Mail kommen und wie viel Provision Sie jeweils zahlen.
  2. Webanalyse mit Ereignissen für Buchungen, Anrufe und Formulare, zum Beispiel mit Google Analytics 4.
  3. Gekennzeichnete Links (mit UTM-Parametern) in sozialen Netzwerken, E-Mails und Kampagnen, damit Sie wissen, woher jeder Besuch kommt.
  4. Die Leistungsübersicht Ihres Google-Unternehmensprofils: Anrufe, Routenanfragen, Websiteklicks und Buchungen.

Die wichtigste Kennzahl für eine Unterkunft ist der Anteil der Direktbuchungen an allen Buchungen. Steigt er, ohne dass die Buchungen insgesamt sinken, funktioniert das Marketing.

Ein Beispiel, um Prioritäten zu setzen

Ein hypothetisches Beispiel: ein kleines Hotel in La Laguna, das fast alles über ein Online-Reisebüro verkauft und mehr Direktbuchungen möchte. Eine sinnvolle Reihenfolge wäre diese:

  1. Die Website auf dem Smartphone, die Buchungsmaschine und die englische und deutsche Version überprüfen.
  2. Die Preise mit den kostenlosen Buchungslinks von Google verbinden und das Profil vervollständigen (Fotos, Attribute, beantwortete Bewertungen).
  3. Eine Markenkampagne in Google Ads starten, wenn bei der Suche nach dem Hotelnamen Online-Reisebüros erscheinen.
  4. Seiten für die passenden Suchanfragen schreiben („Hotel in der Altstadt von La Laguna“, „Sehenswürdigkeiten im Norden Teneriffas“), in den Sprachen der Gäste.
  5. Jeden Monat den Anteil der Direktbuchungen messen und anhand dieser Zahl entscheiden, wohin der nächste Euro fließt.

Nächste Schritte

Jeder Tourismusbetrieb hat seinen eigenen Kontext: Ein Hotel mit 200 Zimmern in Adeje ist etwas anderes als ein Landhaus in Anaga oder ein Anbieter von Bootsausflügen in Los Gigantes. Was dagegen für alle gilt, ist die Methode: wissen, woher Ihre Buchungen heute kommen, die zwei oder drei Kanäle auswählen, die diese Verteilung am stärksten verbessern können, und das Ergebnis messen. Wenn Sie das gemeinsam mit uns angehen möchten: In unserer Marketingagentur auf den Kanaren beginnen wir immer mit dieser Analyse.

Häufige Fragen

In welchen Sprachen sollte die Website eines Tourismusbetriebs auf den Kanaren verfügbar sein?

Mindestens auf Spanisch und Englisch. Auf Teneriffa stellten Briten laut der Inselregierung (Cabildo) sowohl im August als auch im Dezember 2025 mehr als ein Drittel der Übernachtungsgäste. Ergänzen Sie darüber hinaus die Sprachen Ihrer tatsächlichen Kunden: Deutsch und die nordischen Sprachen fallen im Winter stärker ins Gewicht. Sehen Sie sich an, woher Ihre Buchungen kommen, bevor Sie übersetzen lassen, und lassen Sie jede Sprachversion von jemandem prüfen, der die Sprache sicher beherrscht.

Wie kann ein kleines Hotel weniger abhängig von Booking und anderen Online-Reisebüros werden?

Nicht, indem Sie sie von heute auf morgen aufgeben, sondern indem Sie Gründe und einfache Wege zur Direktbuchung schaffen: eine schnelle Website mit eigener Buchungsmaschine, Ihren Preis in den kostenlosen Buchungslinks von Google, ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil und, falls bei der Suche nach Ihrem Namen Online-Reisebüros erscheinen, eine Markenkampagne. Messen Sie jeden Monat, welcher Anteil der Buchungen direkt kommt, damit Sie sehen, ob Sie vorankommen.

Was ist für einen Tourismusbetrieb besser, Google Ads oder Meta Ads?

Beide erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Google Ads erreicht Menschen, die bereits etwas Konkretes suchen, etwa ein Hotel in einer bestimmten Gegend oder einen Ausflug für morgen. Meta Ads eignet sich eher dazu, Interesse zu wecken und Personen, die Ihre Website bereits besucht haben, an Ihr Angebot zu erinnern. Viele Betriebe beginnen mit Google, wo sich der Erfolg besser messen lässt, und nehmen Meta hinzu, sobald sie visuelle Inhalte haben und das Remarketing eingerichtet ist.

Wann sollten Kampagnen für den Wintertourismus auf den Kanaren starten?

Bevor die Reisenden ihre Entscheidung treffen, und einen einheitlichen Termin dafür gibt es nicht. Prüfen Sie mit Google Trends, in welchen Monaten die Suchanfragen nach dem Reiseziel in jedem Land zu steigen beginnen, und ziehen Sie Ihre Kampagnen auf diesen Zeitpunkt vor. Auf Teneriffa war der Anteil deutscher Touristen 2025 im Dezember höher als im August; deshalb lohnt sich eine Planung nach Märkten.

Brauche ich die Einwilligung der Nutzer für Remarketing?

In Spanien ja. Remarketing beruht auf Werbe-Cookies oder Pixeln, und der Cookie-Leitfaden der spanischen Datenschutzbehörde AEPD zählt diese nicht zu den Ausnahmen. Sie brauchen daher die vorherige Einwilligung der Nutzer über ein korrekt eingerichtetes Cookie-Banner. Das führt dazu, dass Ihre Remarketing-Zielgruppe kleiner ist als Ihre Besucherzahl.

Quellen